Armin Mothes lernte ich 1989 während unserer gemeinsamen Zeit beim Stadt Radio Heilbronn persönlich kennen. Nach dem SR Heilbronn war er für Südtirol 1 in Sterzing (Radio)aktiv. Damals war mir gar nicht bewusst, mit welcher "Radio-Persönlichkeit" ich  zusammenarbeitete. Doch dank Internet, bzw. Armins monatlicher Radio Gloria Sendungen (jeden 4.Sonntag im Monat - Sendezeiten s. unten)  wurde der Kontakt im August 2008 zwischen uns wieder hergestellt. Im FMK-Interview erinnert sich Armin an sein sehr interessantes Radio-Leben.................


Radio Gloria International


sendet an jedem 4. Sonntag im Monat von 11:00-12:00h in Zusammenarbeit mit MV Baltic Radio auf 6140 kHz (über den 100 kW starken Sender von Media Broadcast in Wertachtal). Seit April 2010 wird RGI zeitgleich auch via 6005 kHz (via Radio 700) ausgestrahlt. (Wiederholung der Sendung immer am darauffolgenden Samstag zwischen 15:00h-16:00h MESZ auf 6005 kHz !)

Jeden 4. Sonntag von 17.00 bis 18.00 Uhr Ortszeit bei Coloradio Dresden über den Internetstream auf www.coloradio.org.
Direkte Links zu den Streams: mp3
| ogg

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RGI – Wie es begann (Erinnerungen 2008)

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FMK: Armin, wie kamst Du überhaupt zum Hobby "Radio":


Die Anfänge gehen weit in meine Jugendzeit in Dresden zurück. Damals, bereits in den 50er-Jahren hatte ich mich mit dem Bau von Radio-Empfängern befasst. Das erste Gerät war ein sog. stromloser Detector-Empfänger. „Detegere“ heißt im Lateinischen zwar „entdecken“, aber mehr als den Ortssender brachte das Ding nicht ran. Aber bereits das erste Radioröhren-Gerät, ein sog. „Audion“, brachte alle stärkeren MW-Sender, so auch das beliebte „Radio Luxemburg“ ran. Diese heute altertümlich wirkenden Geräte hatten eine Rückkopplung. Es ist schwer, hier zu erklären, wie das funktioniert, und man schaue diesbezüglich in ein Lexikon. Durch einige technische Tricks kitzelte ich mehr aus dem Empfänger heraus als mir lieb sein konnte, ja es kam sogar so weit, dass das Gerät, wenn es knapp unter dem Einsatz der Rückkopplung arbeitete, den eingestellten Sender (in der Regel Radio Luxemburg) in die nähere Umgebung verstärkte, so dass in einem Umkreis von ca. 200 Metern Radio Luxemburg so stark wie ein Ortssender zu empfangen war, allerdings mit den üblichen Fadings. Das machte zwar Spaß, aber ich fragte mich, warum ich eigentlich ein fremdes Programm verstärkte; es wäre doch sinnvoller ein eigenes zu machen. Und so brachte ich es durch den vollen Einsatz der Rückkkopplung dazu, dass eine Trägerwelle entstand. Als Verstärker zum Mudulieren nutzte ich ein kleines Philips-Tonbandgerät. Da es schwierig war, Schallplatten aus Westdeutschland zu besorgen, wurden Bandmitschnitte gesendet.

Die Reichweite betrug maximal 5 Kilometer.


FMK: Mit welcher Station wuchst Du auf, bzw. an welchen Sender erinnerst Du Dich besonders gerne ?


Besonders das englische Programm von Radio Luxemburg, das um 19.00 bzw. 19.30 begann, hatte es mir angetan. Noch vor der Existenz der Piratensender tummelten sich hier all die bekannten DJ`s und Moderatoren, die auch später auf den Sendeschiffen zu finden waren.

Jeder hatte seinen eigenen Stil und sendete per Band oder von London aus unterschiedlich je eine halbe oder ganze Stunde. Für Abwechslung in der Musik war jedenfalls gesorgt. Natürlich steckte auch hier und da die Schallplattenindustrie dahinter. Aber ein „Philips-Record-Rendezvous“ war vergleichsweise viel interessanter als die seit den 80er-Jahren bis heute vielfach beschworene „Quote“. Bei einem Besuch in Luxemburg zeigte mir Bob Stewart entsprechende Computerlisten; aber sie seien „top secret“, streng geheim. Schon bei meinem beliebten Radio Luxemburg hatte sich diese negative Entwicklung bereits angebahnt. Seit den 80er-Jahren waren auch nicht mehr die 15 bis 20 verschiedenen DJ`s tätig, sondern nur fünf bis sieben Live-DJ`s. Das waren Paul Burnett, Bob Stewart, Tony Prince, Tony Blackburn, Stewart Henry und Dave Jensen; ein kurzes Zwischenspiel gab auch eine Zeitlang Kenny Everett. Die Namen und Bilder der DJ`s der Fünfziger bis Siebziger - Jahre findet man im Buch von Keith Skues „Pop went the pirates“ (verfasst ab 1968, herausgegeben erstmals 1994 bei „Lamb`s Meadow Publications“).


FMK: Andy, wie kamst Du dann auf Deinen Sender> Radio Gloria/RGI ?


Knapp vor dem Bau der Berliner Mauer (13.August 1961) kam ich mit gerade mal zwei Koffern nach Westdeutschland. Hier wurde der in Dresden zurückgelassene Minisender (die entsprechende Röhre war der Typ AF 7) nachgebaut und kam zunächst testweise im Umkreis von Hannover zum Einsatz. Zugleich begann ich mit der Sammlung meines umfangreichen alternativen Schallplattenarchivs. Die meisten Platten musste ich in England bestellen. In den Sechziger – und Siebziger – Jahren gab es in Deutschland nur die Top 20 zu kaufen.

Da die Mittelwellenfrequenz von Radio Moskau (227 Meter) nach 23.30 Uhr frei war, sendete RGI hier nachts am Wochenende zwischen 23.30 und in der Regel 4.00 Uhr morgens. So lange Radio England diese Frequenz erfolgreich nutzte, sendete RGI auf einer Nachbarfrequenz. Nach dem „Marine Offensive Act“ im August 1967 sendete RGI wieder auf 227 zur besagten Zeit. Darüber gab es übrigens über Radio Moskau üble Kommentare. Der Name „Gloria“ tauchte darin zwar nicht auf, aber man wetterte gegen die ungesetzlichen Machenschaften der Piratensender.. Denn auch von Radio England hatte sich Moskau gestört gefühlt.


FMK: Während eines Nordseetrips zu den Seepiraten bereits in den 60er-Jahren hatten sich Armin Mothes und Ernst-August Schwab kennengelernt. Was hat Euch beide ab diesem Zeitpunkt "verbunden" ?


Es kam zu einer technischen Kooperation und zum Bau stärkerer Sender. Die Fernsehröhre „1625“ erbrachte eine Reichweite von immerhin ca. 10 Kilometern. Durch Parallelschalten mehrerer „1625“ kam man zu einer Leistung von ca. 200 Watt. Immerhin ergab das nachts eine Raumwelle, und es kam an das in Offenburg organisierte Postfach bei der FRCG Post u.a. aus Skandinavien und Italien. Ernst, alias Johnny O`Brian (Angus McKay bei RGI), nannte seinen Sender „Radio Valentine“. Er operierte im Großraum Düsseldorf. Im Jahr 1976 operierten Valentine und Gloria auch auf KW. Gloria wurde im September, Valentine im Dezember ausgehoben. Beide intensivierten ihre bereits 1974 begonnene, legale Arbeit in Italien als Sender für die Touristen. Valentine sendete zunächst zusammen mit Gloria als „Radio Fortuna“ an der italienischen Riviera. Durch Kennenlernen eines Moderators (Sandro) von „Bassa Bresciana Radio“ und des Eigentümers Ennio in Brescia verlagerte Gloria seine Tätigkeit zum Gardasee.

Beide Stationen beendeten ihre Tätigkeit 1984.


FMK: Andy, vielen Dank für Deine interessanten Erinnerungen !

 

Weitere Informationen...............

im Buch „Was sie schon immer über freie Radios wissen wollten, aber nie zu fragen wagten“ von Christoph Busch 1981,

im Buch „Piratensender“ von Wolf-Dieter Roth 2004,

und in diversen deutschen und internationalen Dx´er – und Radio – Zeitschriften, zuletzt

im „Radio-Kurier – weltweit hören“ Nr. 4/2008

Verfasst: September 2008

Armin Mothes bei Radio Lippe Welle Hamm im Jahr 1997 bei der "Wochenendrekation"

Armin Mothes von Radio Gloria International, ist u.a. über die FM Kompakt Partnerstation Radio Jukebox monatlich auf Sendung !

Lang lang ist s her..... Armin Mothes 1990 im Studio von Südtirol 1

 

 

Radionostalgie/Personalien: Zwei Kommentare von Armin Mothes innerhalb der Radionews : Freier Rundfunk in der Ausgabe Mai 1976 + Radio wer hört eigentlich noch hin ? vom August 2000 via Hans-Jürgen Tausend

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