Im Mai 2014 besuchte eine Gruppe von gut zwanzig Teilnehmern anlässlich der FM Kompakt-Radiotage in Südtirol den RAS-Standort "Kronplatz". Möglich machte uns dieses unvergessliche Erlebnis Dr. Plattner von der RAS in Bozen, dem mein ausdrücklicher Dank für diese Führung gilt.

Hier gibt es einen virtuellen Kronplatz-Rundgang. Hier alle RAS-Infos zu einem der modernsten Sendestationen weltweit. U.a. befindet sich unterhalb des Sendemasten die größte unterirdische Sendeanlage Europas.

Den Zeitraffer vom Kronplatz in HD findet man unter diesem Link zum Herunterladen.

 

Wolf-Dieter Roth hat in seinem Artikel  "Deutscher Rundfunk in Südtirol" über den Ausflug zum Kronplatz berichtet und mit vielen Bildern ergänzt.

Fotos dank der RAS (Copyright).

Felix Hafner war ebenfalls auf dem Kronplatz innerhalb des FMK-Treffens dabei und hat für seine Seite "Alpe-Adria" beeindruckende Bilder und Informationen zum Kronplatz zusammengestellt (auszugsweise):

Dieser Standort der RAS versorgt weite Teile des Pustertales und der nordöstlichen Bereiche von Südtirol, u.a. auch die Stadt Bruneck. Der Mast steht am über 2200 Meter hohen Berg Kronplatz, der auch ein bekanntes Skigebiet und dementsprechend auch gut erschlossen ist.

2010 wurde ein neuer Mast am Kronplatz eröffnet, der mit einer Höhe von etwa 80 Metern deutlich höher als der Vorgängermast ist. Die vielen, privaten Standorte, die früher verstreut am Kronplatz standen, wurden zusammengefasst und werden nun alle von einem Turm abgestrahlt. Das verhindert "Senderwälder" und bietet Kooperationsmöglichkeiten zwischen den Radiosendern. Die Sendeanlagen befinden sich fast alle unterirdisch, was den Kronplatz zu einem einzigartigen Standort in Europa macht.


FMK-Aktivitäten am Sonntag, 11. Mai 2014 - Rückblick auf den Ausflug zum Kronplatz - dank freundlicher Genehmigung von Mathias Hornsteiner, der die FMK-Radiotage 2014 in der Fachpublikation REFLEXION veröffentlichte........

 

Nach den Studiobesichtigungen der beiden vergan­ge­nen Tage stand heute ein größerer Ausflug auf dem Tagesprogramm, nämlich die Besichtigung der großen Sendeanlage auf dem Kronplatz im Puster­tal.

Der 2275 m hohe Kronplatz (ital. Plan de Corones) gilt als Hausberg von Bruneck und ist ein bekanntes Skigebiet. Die Bezeichnung „Kronplatz“ findet man nicht nur für den Berg, sondern auch für die Ur­laubs­region rund um das Berg, dessen höchste Er­hebung den Namen Spitzhörnle trägt (spitz oder steil ist der Berg aber keineswegs).

Wir waren (obwohl für den oder anderen die Nacht etwas kurz ausfiel) zeitig am Sonntag aufge­stan­den, denn bis Bruneck mußten wir 85 km zurück­legen, und zu spät wollten wir auf den Kronplatz nicht rauffahren. Die Wetterkarten zeigten nämlich einen deutlichen Wetterumschwung an, der von einer gewittrigen Kaltfront eingeleitet würde. Bange Blicke richteten sich in der Früh gen Himmel. Noch war es klar und nur wenige Wolken trübten den Blick. Würde das Wetter vielleicht doch halten? Doch je mehr wir uns dem Pustertal näherten, umso stärker trübte sich der Himmel ein. Wenigstens blieb es aber noch trocken.

Während unseres Aufenthaltes war die Kronplatz-Seilbahn nicht in Betrieb. Hier kam uns Herr Dr. Plattner von der RAS sehr entgegen, indem er bei der zuständigen Forstbehörde eine Genehmigung zur Auffahrt möglich machte. Wir erhielten eine Ge­nehmigung für fünf Fahrzeuge, sodaß wir alle Teil­nehmer auf die einzelnen Autos verteilen konn­ten. Begleitet wurden wir von Michael Mutsch­lech­ner (Moderator und Techniker bei Radio Holiday), der sei­nen freien Sonntag für uns opferte, um uns auf den Kronplatz zu begleiten, bzw. im Anschluß das Stu­dio von Radio Holiday in Bruneck zu zeigen. Ebenso dabei war Heinrich Niedermair von der RAS, der gleichfalls durch die Sendeanlage führte.

Treu dem Motto "Erst die Arbeit, dann das Ver­gnü­gen" mußten wir uns allerdings erst im Konvoi die en­ge und steile Forststraße hinaufquälen. Das be­deu­tete übrigens nicht nur Arbeit für die Autos selbst, sondern ganz am Ende der Straße (als wir wenige Meter vom Ziel entfernt waren) war auch für die Insassen Schwitzen angesagt, trotz der inzwi­schen kühleren Temperaturen. Eines der vorausfah­renden Autos blieb auf der Straße stecken, somit auch alle anderen nachfolgenden Fahrzeuge. Ein An­fahren war bei der enormen Steigung nicht mehr möglich, und so mußten alle Mitfahrer aussteigen und mit vereinten Kräften die Autos anschieben. Zwar hat es dann ordentlich gestaubt, aber nach einigen Minuten waren alle Autos wieder flott­ge­macht und nach der nächsten Kurve erreichten wir ohnehin schon den Parkplatz. Dort angekommen, "entschädigte" uns das Wetter für unsere Mühen mit dem Ausblick auf eine Nebelsuppe...

Wenigstens war der imposante Sendemast noch sichtbar; bevor ich aber weiter über unsere Akti­vi­täten in luftiger Höhe berichte, folgt kurz ein ge­schichtlicher Überblick über diese RAS-Anlage.

Seit langem gibt es in Südtirol die begrüßenswerten Bestrebungen, die Zahl der Sendeanlagen zu ver­ringern zugunsten von größeren Gemeinschafts­an­lagen, wo öffentlich-rechtliche und private Ra­dio­betreiber sowie andere Funkdienste untergebracht sind. In seinen Gruß­wor­ten merkte der damalige Süd­tiroler Landeshaupt Luis Durnwalder an: "Es handelt sich um einen ganz speziellen Turm. Wir wollten hier am Kronplatz ähn­lich wie an vielen anderen Punkten des Landes, an denen bereits ge­meinsame Sendestandorte errich­tet wurden, einen Wald von Umsetzern verhindern und haben daher über die RAS eine gemeinsame Lö­sung angestrebt. Das Ergebnis in Form dieses Turmes mit unter­ir­di­schen Technikräumen belastet die Umwelt weniger, ist technisch auf höchstem Ni­veau und auch optisch sehr gelungen". Die Tat­sa­che, daß sich die neue Sen­destruktur in einem der größten und meist­be­suchten Skigebiete Süd­tirols befindet, hat die RAS nach eigenen Angaben dazu veranlaßt, beim Bau der Anlage die Umwelt und den Strahlenschutz im besonderen Maße zu be­rück­sichtigen.

Am gemeinsamen Sendestandort Kronplatz sind alle öffentlich-rechtlichen und privaten Hörfunk- und Fernsehprogramme, die öffentlichen Funkdienste sowie alle Mobilfunk- und Breitbanddienste unter­gebracht. Seit Ende der 90er Jahre folgt die RAS dem Prinzip der Errichtung gemeinsamer Sende­stand­orte. Was 1998 auf der Mut begann, ist mitt­ler­weile auf landesweit 32 gemeinsame Sende­stand­­orte angewachsen. Insgesamt 17 Millionen Euro wurden in diese Anlagen in Summe investiert, die Kronplatz-Anlage verschlang alleine 4 Millionen Euro. Parallel dazu ist die Nachfrage nach Mitbe­nutzungen der RAS-Standorte im Laufe der Jahre immer stärker gestiegen. Mit einer Anzahl von 421 Mitbenutzungen befinden sich durchschnittlich im­merhin sechs Betreiber auf jedem der insgesamt 70 RAS-Sendestandorte.

Europas größte unterirdische Sendeanlage steht auf dem Kronplatz in Südtirol. Dritter von Links: Heinrich Niedermair - Techniker der RAS

Mit dem Bau der Anlage begann man am 21. Mai 2007, fertiggestellt wurde sie am 31. Oktober 2009. Im Beisein von Landeshauptmann Luis Durnwalder und Nicola D’Angelo, Kommissar der Staatlichen Auf­sichtsbehörde des Kommunikationsbereichs, wur­­de die neu gebaute Anlage am 7. Dezember 2009 mit dem symbolischen Durchschneiden eines Bandes offiziell ihrer Bestimmung übergeben. RAS-Präsident Rudi Gamper konnte dazu zahlreiche Eh­ren­gäste am Kronplatz begrüßen. Josef Inner­ho­fer nahm die Segnung des Sendestandortes vor.

Für die Antennenbelegung stehen am Turm 258 m² Fläche zur Verfügung und man sieht bereits von wei­­tem, daß die Nutzflächen bestens ausgelastet sind. Das 900 m² große Betriebsgebäude, beste­hend aus 21 Räumen, ist komplett unterirdisch an­ge­legt. Zumindest hier ist man mit der Natur scho­nend umgegangen. Damit ist der Kron­platz auch der größte unterirdische Sen­der Eu­ro­pas!

Der 80 m hohe Rundmast besteht aus feuerverzink­tem Stahl und hat eine Gesamtmasse von 248 t. Bis zu einer Höhe von 63 m ist der Mast über eine enge Wendeltreppe im Turminneren begehbar. Aus­­gelegt ist der Mast auf eine Windgeschwin­dig­keit von 145 km/h (10-Minuten-Mittelwert) bzw. 270 km/h Böenspitzengeschwindigkeit (für die Zentral­al­pen mag das reichen, auf dem Mount Washington hätte ein Mast mit dieser Statik kaum eine Woche über­­lebt – dies nur als kurze meteorologische Zu­satzinformation). Die Richtfunktauglichkeit ist somit bis zu einer Windgeschwindigkeit von 180 km/h ge­währleistet, die maximale Verformung liegt bei die­ser Geschwindigkeit an der Mastspitze bei 456 mm.

Zwischen Mai 2010 und Oktober 2011 übersiedelten die einzelnen Funkdienste auf den neuen Masten. Die UKW-Programmbelegung ist wie folgt (Auszug aus der FMLIST):

Die ersten beiden Frequenzen sind sogar in Mün­chen fast ständig empfangbar, sofern man einen gewissen Antennenaufwand betreibt. Das ist schon sehr erstaunlich, denn auf einer Distanz von im­mer­hin 160 km müssen die Signale neben dem über 3000 m hohen Alpenhauptkamm auch noch weitere hohe Bergketten überwinden. Man beachte in der Liste auch, daß zwei Frequenzen (102,7 und 103,0 MHz) nur 300 kHz voneinander entfernt sind.

Neben der UKW-Verbreitung gibt es noch andere Rund­funkdienste (60 Programme via DVB-T, 17 Pro­gramme via DAB) sowie Breitbanddienste und Richtfunkstrecken. Allerdings: Trotz der exponierten Lage reicht die Versorgungs­reichweite des Kron­platz-Sen­ders nicht über 25.000 Einwohner hinaus. Den­noch ist der Standort ein wichtiger Knotenpunkt für das gesamte Pustertal, ja sogar für einen gros­sen Teil des östlichen Südtirols. Die Hauptversor­gung umfaßt das mittlere Pustertal mit Seitentälern.

Doch nun zurück zu unserer Besichtigungstour. Vom Parkplatz stapften wir zunächst über ausge­dehnte Schneefelder bis zum Fuß des Sendema­sten. Wir teilten uns in zwei Gruppen auf, wobei eine von Michael Mutschlechner und die andere von Heinrich Niedermair geführt wurde. Eine Grup­pe erklomm zunächst den Turm von innen, und zwar über die bereits erwähnte enge Wendeltreppe. Hier war allerhand Kondition gefragt und kaum einer von uns schaffte den Aufstieg, ohne mehr­mals anzuhalten und zu verschnaufen. Auf halber Höhe konnten wir nach außen steigen auf eine Zwi­schenplattform. Die andere Gruppe blieb zunächst unten, inspizierte die unterirdischen Sendebetriebs­räume und lauschte den detaillierten Ausführungen von Herrn Niedermair.

Als wir schließlich oben angelangten, hatte auch das Wetter mit uns ein wenig Einsehen. Zwischen­durch lichtete sich der Nebelvorhang und gab den Blick frei auf die Berge, die das Pustertal um­rah­men. Fleißig begutachteten wir die Antennen und machten ausgiebig Photos.

Nur für Schwindelfreie : Über die enge Wendeltreppe innerhalb des Turmes hinauf zu luftigen Höhen mit Blick durch die Gitter

Michael Mutschlechner (Moderator und Techniker bei Radio Holiday) übernahm freundlicherweise mit die Führung auf dem Kronplatz

Am mittleren Nachmittag hieß es dann, wieder Ab­schied vom Kronplatz zu übernehmen. Zum einen schlug das Wetter nun endgültig um und wir wollten uns nicht bei Sturm und Gewitter im ex­po­nierten Ge­lände aufhalten. Zum anderen standen für den heutigen Tag noch zwei Studiobesichti­gun­gen im Pustertal auf dem Programm.

Die Rückfahrt gestaltete sich fast noch abenteuer-licher als die Fahrt rauf zum Kronplatz. Der Nebel wur­de inzwischen so dicht, daß wir ziemliche Mühe hatten, die Straße nicht aus den Augen zu ver­lie­ren. Kaum waren wir unten im Tal angekommen, brach das Gewitter los und als wir zurück zum Kron­platz blickten, sahen wir, daß der Berg bereits mit ei­ner Neuschneedecke überzogen war. Im Tal reg­nete es dagegen, im Gegensatz zu den Bayeri­schen Alpen, wo sich in den Folgetagen bis in die Täler herab Schneefall und Frost einstellte.

 

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