Bericht von den FMK-Radiotagen 2016 in Innsbruck

(von Amos Schmidt, mit Beiträgen von Thomas Winkler, Thomas Kircher und Matthias Hornsteiner)

Diesem Termin fieberten zahlreiche Hobbyfreunde schon lange entgegen: Vom 26. bis 30. Mai 2016 fanden wieder die FMK-Radiotage statt, diesmal im Raum Innsbruck. 28 Teilnehmer aus nah und fern (Hessen, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Ba­yern, Sach­­sen, Meck­­len­burg-Vorpom­mern, Süd­tirol und der Schweiz) kamen angereist, um die örtliche Rundfunkszene kennenzulernen. Die geographi­sche Nähe zu Südtirol – der Wiege des Privatfunks – machte einen zusätzlichen Reiz aus, da traf es sich hervorragend, daß sogar ein Pionier der wilden Südtirol-Zeiten am Treffen teilnahm. Doch dazu gleich mehr.

Die meisten Teilnehmer kamen am Donnerstag (26. Mai) angereist und bezogen ihr Quartier im feinen, aber relativ preisgünstigen Gartenhotel Maria The­resia in Hall. Da Innsbruck schon ziemlich ausge­bucht und zudem das Preisniveau dort merklich hö­her angesiedelt war, fiel die Wahl auf die Adresse in der Nachbarstadt, die nur wenige Kilometer östlich von Innsbruck liegt. Wegen des Fronleichnam-Feier­tags waren die Straßen und Autobahnen ziem­lich staubelastet und das Auto eines unserer Teil­nehmer ging gar den Weg alles Irdischen, sodaß die Wei­terfahrt mit einem Er­satzwagen fortgesetzt wer­den mußte. Letztlich ka­men alle wohlbehalten an, viele schafften es aber nicht mehr rechtzeitig zum ersten Termin, nämlich die Besichtigung des Stu­dios von Life Radio in Inns­bruck.

 

Tag 1 – Donnerstag, 26. Mai 2016

Am Nachmittag des  26.05. kamen die ersten Teil­nehmer der Radiotage direkt  zum Gebäude von Life Radio in die Ing.-Etzel-Straße in Innsbruck.  Geschäftsführer Gerald Pirchl begrüßte uns per­sönlich an diesem Feiertag in den Räumlichkeiten, die sich im 1. Stock des ehemaligen Standorts der Tiroler Tageszeitung befinden.  Im Parterre des Ge­bäudes ist noch noch immer die Druckerei der Ta­ges­zeitung untergebracht.  Überaus lebendig be­schrieb Herr Pirchl die Arbeitsabläufe bei Tirols größtem Privatradio, das 1998 als Antenne Tirol ge­gründet und später als Life Radio Tirol relauncht wurde.  Auf relativ beengtem Raum arbeiten dort  15 Festangestellte und 10 freie Mitarbeiter zusam­men. Auf 19 Frequenzen ist man vom Außerfern bis nach Osttirol im gesamten Land hörbar. Zwei aktive Sendestudios stehen zur Verfügung, neben dem Haupt­studio gibt es parallel ein Ersatzstudio, wel­ches bei Ausfall sofort einsatzbereit ist.  Neben wei­teren Schnittplätzen wird das Ersatzstudio auch zur Vorproduktion von Sendungen genutzt. 

An diesem Feiertag war allerdings nur eine Redak­teurin im Dienst, die Verkehrsmeldungen entgegen­nahm und auch den Serviceblock am Feiertag moderierte.  Wir durften alle Studios besichtigen.  Äußerst freundlich und sehr auskunftsbereit stand  Geschäftsführer Gerald Pirchl für alle Fragen der Teilnehmer zur Verfügung. Nach einem erfrischen­den Getränk wuden noch Aufkleber und einige Werbegeschenke verteilt.  Wir erhielten interessante Einblicke  in ein typisches Regionalradio, welches auf Information und Unterhaltung für ganz Tirol zuge­schnitten ist.

 

Nach dem Studiobesuch versammelten wir uns um 18.30 Uhr im Biergarten des Gartenhotels Maria Theresia zum gemeinsamen Abendessen. FMKom­pakt-Initiator Thomas Kircher begrüßte die Teil­nehmer und besprach noch einmal die Details des Programmablaufs während der nächsten Tage. Es zeigte sich sofort, daß wir auf einen Programmpunkt verzichten mußten: Die Besteigung der 2567 m hohen Flatschspitze (der berühmte Radioberg ober­halb des Brennerpasses) mußte aufgrund der Schnee­lage ersatzlos entfallen. Ende Mai herrscht in höheren Lagen einfach noch tiefer Winter und so ist vor Juli an eine Besteigung nicht zu denken  (wir werden das vielleicht 2017 nachholen).

 

Doch das tat der guten Stimmung in der Gruppe keinen Abbruch, wir genossen das schöne Abendrot über dem Patscherkofel (2250 m) und Glunge­zermassiv (2687 m) und so wurden gleich die ersten Photos geschossen (Bilder 1 bis 3), derer noch viele folgen sollten. Allerdings waren zunächst ein­mal historische Aufnahmen angesagt, denn mit von der Partie war kein Geringerer als Jürgen von We­del (DG3WZ), der als Rundfunkpionier anno 1978 mit Radio Bavaria International (RBI) die le­gen­däre Ära der Südtiroler Privatradios einleitete, die von ho­hen Berggipfeln aus in Richtung Bayern sendeten. Jürgen zeigte uns etliche Bilder von den Bau­ar­beiten nahe der Enzianhütte oberhalb des Brenner­passes, darunter auch das in Insiderkreisen be­kann­te Photo des Zirkular-Yagi-Antennenarrays. Mit­­begründer von RBI war zudem Jo Lüders, DJ7JL, der leider allzufrüh 2000 verstarb.

Wir hätten noch stundenlang in den alten Zeiten schwel­­gen können, doch allzulange wurde der Abend nicht, denn wir wollten ja fit sein für den ersten Höhepunkt der Radiotage, nämlich die Be­sichtigung des ORF-Grundnetzsenders auf dem Pat­scherkofel.

 

 

 

 

 

 

 

             Bild 1: Abendstimmung über dem Patscherkofel

 

 

 

 

Bild 2: Blick zum 2687 m hohen Glungezer, von der Terrasse des Gartenhotels Maria Theresia in Hall aus betrachtet (beide Photos: Matthias Hornsteiner)

 

 

Bild 3: Nochmal der Gipfel des Patscherkofel herangezoomt. Rechts und etwas unterhalb des Sendermasten erkennt man das Gebäude des Wetterradars (Photo: Peter Faust).

 

 Bild 4: Geschäftsführer Gerald Pirchl führt durch die Studioräumlichkeiten von Life Radio (Photo: Peter Faust).

 

                                Bild 5: Redakteurin von Life Radio bei der Arbeit (Photo: Peter Faust).

         Bild 6: Gespannt lauschen die FMK-Teilnehmer den Ausführung des Life-Radio-Geschäftsführers

          (Photo: Bernhard Fischer).


 

Tag 2 – Freitag, 27. Mai 2016

Am Morgen hieß es also früh aufstehen, und so versammelten wir uns kurz vor 9 Uhr an der Tal­station der Patscherkofelseilbahn im Innsbrucker Stadtteil Igls. Da ein Neubau der 1928 errichteten Seil­bahn bevorsteht, waren wir froh, diese Auf­stiegs­hilfe noch nutzen zu können. Der Trassen­verlauf der Seilbahn ist recht eigenartig: Die Tal­station befindet sich auf über 900 m über NN und damit bereits ca. 320 m über dem Boden des Inn­tales (man muß dazu wissen, daß sich am Süd­rand des Inntales eine ausgedehnte Mittel­ge­birgs­terrasse anschließt, wo sich viele Dörfer in Hö­henlagen zwi­schen 850 m und 950 m befinden, wohingegen Inns­bruck selbst nur auf 580 m liegt).

 

Die Seilbahntrasse verläuft im unteren Streckenab­schnitt auffallend flach und quert zunächst eine 110-kV-Bahnstromleitung der ÖBB, die im Bereich der Kreuzung mit der Seilbahn auf Bodenhöhe verlegt ist (Bild 7). In nur 1136 m Höhe wird bereits die Mittelstation "Heiligwasser" erreicht, wo wir die Seil­bahn­kabine für die Weiterfahrt wechseln mußten. Von nun an ging es richtig steil nach oben, wobei

 e Seilbahn insgesamt nicht weniger als elf Masten passierte. Das ist wohl typisch für Bahnen älteren Datums, heutzutage würde man wahr­schein­lich mit zwei bis drei Riesenstützen auskommen.

 

In 1951 m Höhe war schließlich die Fahrt zu Ende und so stand ein Fußmarsch über 300 Höhenmeter an, denn der Sessellift, der von hier zum Gipfel führte, existiert schon lange nicht mehr. Der Weg selbst war recht bequem und aufgrund der warmen Temperaturen ausgeapert, sodaß wir trockenen Fußes eine halbe Stunde später das Gipfelplateau erreichten. Dort schweiften unsere Blicke zunächst in die Ferne, denn der Patscherkofel (der zu den Tuxer Alpen und somit zu den Zentralalpen gehört) bietet dank seiner isolierten Lage eine umfassende Aussicht nach allen Seiten. Lange konnten wir uns damit aber nicht aufhalten, denn die beiden ORS[1]-Techniker Klaus Windhager und Anton Nagiller er­warteten uns bereits zur Führung durch die Groß­sendeanlage. Sie fuhren mit ihrem Dienst-Gelän­de­wagen hinauf, die Strecke ist jedoch für den öffent­lichen Verkehr nicht zugänglich.

 

 

Es würde den Rahmen des Berichtes bei weitem spren­gen, wollte man auf alle Details der impo­santen Sendeanlage eingehen. Im folgenden seien daher nur die wichtigsten Eckdaten genannt.

 

Nach Inkrafttreten des Staatsvertrags (27. Juli 1955) begann in Österreich sukzessive der Aufbau der UKW- und TV-Sendernetze. Für Tirol wurde der Patscherkofel als Stützpunkt für Richtfunk (auch nach Südtirol und Bayern) und Grundnetzsender auserkoren. Er ist der höchstgelegene Großsender in Österreich, noch vor dem Dobratsch in Kärnten, und zeichnet sich durch eine große  Reichweite  so­wohl  in  Richtung  Ober-  und Unterinntal  als  auch  in  das  Stubai-  und  Wipptal aus. Wie für Grund­­netzsender üblich, dient auch dieser zahlreichen klei­neren Sendern in der Umgebung als Ball­emp­fang-Mutter­sender.

Mit dem Bau des Patscherkofelsenders wurde aber schon ein Jahr vorher begonnen. Das Sende­ge­bäude wurde am 21. Dezember 1956 eingeweiht und über zwei schwache UKW-Sender nahm man testweise den Sendebetrieb auf (1. Programm auf 88,5 MHz mit 1 kW, 3. Programm auf 92,1 MHz mit 1,5 kW).

 

Für den Fernsehbetrieb und für leistungsstarke Sen­der war jedoch ein 50 m hoher Fachwerkturm not­wendig, dessen Errichtung wegen der exponierten Lage sehr langwierig war und daher erst am 15. Sep­tember 1958 fertiggestellt werden konnte.

 

Am 15. Dezember 1958 wurde der Fernsehbetrieb aufgenommen, am 1. Juni 1959 folgten auch die UKW-Sender (1. Programm auf 92,1 MHz, 3. Pro­gramm 88,5 auf MHz) mit je 50 kW. Später änderte man die 92,1 MHz nach 92,5 MHz um. Die 92,1 MHz wird seit 24.10.2014 wieder verwendet, aller­dings für das Privatprogramm LoungeFM am

 

Standort Inns­bruck-Schlotthof, der sich unten im Tal befindet. Da­zu später noch mehr.

 

1968  erfolgte  die  Inbetriebnahme  des Senders für das zweite Fernsehprogramm (FS 2), ab 1969  wur­den  über  beide  TV-Kanäle  Farbprogramme  aus­gestrahlt.  In die Jahre  1968/69  fällt  auch  die Er­rich­­tung  und  Inbetriebnahme  der  Sendeanlage auf  dem  Kitzbüheler  Hörn  (FS  1, Ö1,  ÖR,  Ö3), welche  eine  wichtige  Versorgungsfunktion   für  die  Be­zirke  Kitzbühel  und  Kufstein  erfüllt;  die  Auf­rü­stung  für  FS  2  folgte   1970.  1968/69  wur­den  auch  die  Sendestationen  auf  der  Zug­spitze  und  auf dem Krahberg  oberhalb  Landeck  gebaut,  die  der  Versorgung  des Außerferns  bzw. des Ober­­inn­tales  dienen.

 

1968  ging  auch  der  FS-2-Sender  auf  der  See­gru­be  nördlich von Innsbruck  in  Betrieb, die Nach­rü­stung  dieser Anlage  mit  UKW-Sendern  erfolgte  1981. Der auf 1900 m Höhe gelegene Füllsender Seegrube ist notwendig, weil der Patscherkofel trotz hoher Sen­derleistung und exponierter Lage den Südrand Inns­brucks nicht versorgen kann. Wer dort die Autobahn entlangfährt und eine der Pa­tscher­kofel-Frequenzen im Autoradio hört, wird sich über das verrauschte Sig­nal wundern. Der Seegrube-Sen­der steht auf der gegenüberliegenden Talseite am Hang der Nord­kette (der südlichste Gebirgs­zweig des Karwen­del­gebirges) und kann die Zonen ausleuchten, die der Patscherkofelsender nicht er­reicht.

 

1980/81 wurde der Tragmast auf dem Patscherkofel umgebaut. Um 1989/1990 herum nahm man die neue Frequenz 101,4 MHz für Blue Danube Radio (heute FM4) in Betrieb, weswegen das südtiroler Ra­dio Tirol seine Zirog-Frequenz von 101,5 MHz nach 105,4 MHz ändern mußte.

 

 

 

 

 

Bild 9: Skizze des Masten auf dem Patscher­kofel. Die Höhe des Sendermasten beträgt insgesamt 67 m. Die Anlage wird nicht alleine von der ORS genutzt, sondern auch von der Telekom. Dort ist auch Kronehit eingemietet und strahlt auf 106,5 MHz mit 32 kW ab. Quelle: http://www.ors.at/fileadmin/user_upload/downloads/ors_Senderfolder_Innsbruck_Patscherkofel_2_2014.pdf

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Technische Daten

 

Signalzuspielung:

Digitales Leitungsnetz von A1

Backup-Zuspielung für UKW über Satellit

 

Antenneneinrichtungen:

                                               Polarisation                  Richtung

UKW                horizontal                                 50°, 200°, 290°

TV                               horizontal                                 50°, 200°, 290°

(Die DVB-T-Antennen sind im GFK- Zylinder untergebracht)

 

Außerdem Empfangsantennen für Repor­ta­ge­­funk, Funk- und Richtfunkantennen für Po­­­lizei, Feuerwehr, ASFINAG, Austro Con­trol etc.

 

Zwei Antennenbühnen mit Richt­funk­anten­nen

 

Energieversorgung

Netzanspeisung über eine 10-kV-Leitung der Inns­­brucker Kommunalbetriebe IKB

 

Durchschnittlicher Stromverbrauch/Jahr:

700.000 kWh

 

Notstrombetrieb mit 640-PS-Dieselmotor so­wie 610-kVA-Synchrongenerator

 

Zwei Dieseltanks mit je 10.000 l Fassungs­vermögen

 

Frequenzen: (alle Antennen H-pol.)

 

UKW (ORS)

  88,50 MHz                  Ö3                                                                  45 kW

  92,50 MHz                  Ö1                                                                  45 kW

  96,40 MHz                  Ö2 Tirol                                                45 kW

101,40 MHz                  FM4                                                    45 kW

 

UKW (Telekom)

106,50 MHz                  Kronehit                                               32 kW

 

UKW (Feratel-Mast)

101,80 MHz                  Life Radio                                  0,63 kW

  90,70 MHz         Radio U1           (geplant)

 

TV

DVB-T MUX-A    K23  490,00 MHz    100 kW

DVB-T MUX-B   K27     522,00 MHz       100 kW

DVB-T MUX-C   K36     594,00 MHz       100 kW

DVB-T2 MUX-D K37     602,00 MHz       100 kW

DVB-T2 MUX-E      K24     498,00 MHz       100 kW

DVB-T2 MUX-F  K22  482,00 MHz         100 kW

 

           

 

 

 

 

 

 

 

Zum Inventar der Anlage gehört übrigens eine Zi­ster­ne zum Auffangen von Regenwasser (oder besser gesagt Schmelzwasser, denn Regen fällt in dieser Höhe nicht mehr so häufig). Extra für unsere Führung schalteten die ORS-Techniker das 640 PS starke Dieselaggregat (mit zehn Zylindern) ein, das im Falle eine Stromausfalls zum Einsatz kommt. Selbst hinter der geschlossenen Türe produzierte das Ag­gregat einen Höllenlärm, der uns an einen Schiffs­dieselmotor erinnerte.

 

Beim Inspizieren der Räumlichkeiten fiel uns ein PIRA-Empfänger ebenso auf wie ein alter DAB-Sender, der nur mehr ein Schattendasein fristet. Früher gab es auf dem Patscherkofel DAB-Test­abstrahlungen, die 2008 dann eingestellt wurden.  

 

Nicht nur die ORS, sondern auch die Telekom nutzt die Anlage auf dem Innsbrucker Hausberg. Dort ist das bundesweite Privatradio "Kronehit" eingemietet, das von einem relativ unscheinbaren Masten auf der Telekom-Bühne mit immerhin 32 kW das Inntal um den Großraum Innsbruck versorgt. Früher wurde die Frequenz 106,5 MHz mit geringer Leistung vom Stand­ort Natterer Boden abgestrahlt, der sich in Talnähe befindet. Neben dem kleinen Kronehit-Mast wurde ein weiterer Mast gleicher Größe und der­sel­ben Antennenkon­fi­gu­ra­tion aufgebaut, den Kronehit künftig nutzen wird. Den bisherigen Platz benötigt die Telekom.

 

Nach der ausgiebigen Führung kehrten wir schließ­lich in die benachbarte Gipfelstube ein und stärkten

 

uns mit einer warmen Gulaschsuppe. Hans, der Hüt­tenwirt, hatte unser Kommen schon erwartet. Nach­dem alle versorgt waren, erzählte er so manche Anekdote aus dem Hüttenleben in über 2200 m Hö­he, beispielsweise über den Föhn. Da der Patscher­kofel in einer Föhnschneise liegt, geht es auf dem Gipfelplateau oft noch stürmischer zu als man es in dieser Höhenlage eh schon erwarten würde. Wind­geschwindigkeiten bis 230 km/h wur­den bereits ge­messen, was zwar bei weitem nicht an die Re­kord­werte der Zugspitze heranreicht, aber doch aus­rei­chend ist, um den Hütteninsassen einen ordent­lichen Schrecken einzujagen. Insbesondere auf die Fensterscheiben wirkt ja ein gewaltiger Druck.

 

An unserem Ausflugstag zeigte sich das Wetter indes ganz friedlich, von Föhn war weit und breit nichts zu spüren. Zwar war der Himmel ziemlich mit mittelhohen und hohen Wolken verschmiert, aber die Sicht war sehr gut und der Wind meist nur schwach. Die wunderbare Aussicht mußte natürlich auf Bildern festgehalten werden. Sie reichte im Sü­den bis zum Brenner (die Sendeanlagen Flatsch und Zirog waren mit einem Fernglas erkennbar), das Inntal konnte man von Telfs (30 km Entfernung) bis Kufstein (70 km) einsehen, insgesamt also über einen Talabschnitt von 100 km! Beeindruckend zu­dem der Blick auf die südlichen Bergketten des Kar­wendelgebirges und auch das strahlend weiß leuch­tende Zugspitzplatt mit den höchsten Bergen Ba­yerns als Umrahmung schien gar nicht so weit ent­fernt zu sein.

 

 

 

Bild 10: Fast ein mystischer Anblick: Der Patscherkofelsender mit der verdeckten Sonne (Photo: Thomas Kircher)

 

Feratel-Mast mit der Sendeantenne für Life Radio          Patscherkofel-Hauptmast (ORS und Telekom)

 

Bisheriger Antennenmast von Kronehit auf der Telekombühne, rechts: die künftige Anlage von Kronehit

                                                    (Bilder 11a bis 11d von Matthias Hornsteiner)

 

 

Bild 12: Die ORS-Techniker Klaus Windhager (links) und Toni Nagiller (rechts) begrüßen die FMK-Radiogruppe (Photo: Thomas Kircher)

 

 

 

Bild 13: Klaus Windhager im Gespräch mit der FMK-Radiogruppe (Photo: Andreas Knedlik)

 

 

Bild 14: Blick auf Innsbruck vom Patscherkofel. Im Hintergrund ist die Nordkette zu sehen, dies ist jedoch die südlichste Bergkette des Karwendelgebirges (Photo: Harald Gabler)

 

 

 

Bild 15: In dieser Höhenlage und bei diesem Panorama schmeckt die Halbe Bier besonders gut (Photo: Thomas Kircher)

 

 

Bild 16: Auf den Bergen ist auch Ende Mai noch Winter (Photo: Matthias Hornsteiner)

 

 

 

Üblicherweise liegt auf dem Patscherkofel eine Schneedecke von Ende Oktober bis Ende Mai, an durchschnittlich 90 Tagen im Jahr ist mit einem Föhnsturm zu rechnen, also im Mittel an jedem vier­ten Tag! Für die Höhenlage extrem niedrig sind die Niederschlagssummen: Mit rund 860 mm erreicht die mittlere Jahressumme teilweise nicht mal die Hälfte der Werte, die man in den Tallagen (!) der Nordalpen vorfindet. Auch daran merkt man: Der Patscherkofel gehört eben doch schon zu den Zen­tralalpen. Richtig kalt wird es auf dem Berg auch nicht. Der Kälterekord soll bei -30°C liegen, da ha­ben selbst München und Hamburg mehr (oder bes­ser gesagt weniger) zu bieten.

 

Nach diesem kurzen Exkurs in die Alpin­meteo­rologie verabschieden wir uns nun vom Innsbrucker Hausberg, denn für den Freitag stand ja noch ein weiterer Termin an, genauer gesagt die Besich­tigung des Studios von Welle 1 in Innsbruck. Beim Absteigen hinunter zur Bergstation der Seilbahn kamen wir aber nicht sonderlich weit, denn wir entdeckten unweit der Station eine weitere Hütte, die zur Einkehr einlud. Da es trotz der Höhenlage in der Sonne recht warm war, nutzten wir die Ge­le­genheit für weitere Erfrischungsgetränke. Unser Termin bei Welle 1 war für 15.30 Uhr veranschlagt, wir hatten somit noch genügend Zeit für Relaxen in großer Höhe.

 

Einen kleinen Einblick zu den ersten beiden Pro­grammpunkten (Liferadio und Patscherkofel) gibt es auf diesem Film dank Jürgen von Wedel zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=Gpxw0zHin-4

 

Nach der beeindruckenden Patscherkofel-Tour tra­fen wir uns um 15:30 Uhr wieder für die nächste Studiobesichtigung. Harald Gander aka DJ Harry Amato begrüßte uns in den Studios von Welle 1 Tirol, einem Jugendsender, der in mehreren öster­reichischen Bundesländern mit unterschied­lichen Programmen vertreten ist. In Tirol wurden über die Jahre weitere Lizenzen dazugekauft, die aber mit anderer Musikfarbe als Oberländer und Außerferner Welle betrieben werden. Anfang 2016 wurde Welle 1 Tirol von Lounge FM gekauft und soll künftig neu aufgestellt werden. Bei Welle 1 Tirol bekamen wir ganz moderne Studiotechnik zu sehen und staunten über die stufenlos verstellbaren Moderationstische und einige weitere technische Innovationen.

 

 

 

 

Das Abendessen fand im Traditionsgasthaus „Bier­stindl“ in Innsbruck statt. Das Grundstück des Bierstindls ist auch in Bezug auf Radiogeschichte „vorbelastet“. Und zwar sendete von hier im Oktober 1999 für zwei Wochen im Rahmen der „Radiotage Innsbruck“ der damalige Piratensender Radiator (das spätere Freirad). Sinn der Aktion war es, Druck auf die Behörden auszuüben, um endlich eine Fre­quenzzuweisung zu erhalten. Da dies bis zu diesem Zeitpunkt nicht geschehen war, suchte man sich kurzerhand selbst eine freie Frequenz und machte sozusagen „Testsendungen“.

 

Im Bierstindl besuchte auch Herwig Macht unsere Gruppe. Herwig ist in der Radioszene kein Unbe­kannter. So moderierte er in den 80er Jahren u.a. die DX-Sendung „Frequenzschnüffler“ von Radio Aktiv in München, war innerhalb der Sendung „Auf anderer Welle“ bei Radio Tirol zu hören und pro­duzierte für die Kurzwellenmusikstation Radio Victoria den Beitrag „Südtirol Aktuell“ – ein damals vielbeachtetes 30-Minuten-Feature über die Süd­ti­ro­ler Privatradiopioniere, bei welchem noch heute das zuhören Spaß macht :

https://soundcloud.com/fmkompakt-1/radio-victoria-sudtirol-aktuell-h-macht-1984.

 

Zum Abschluss des erfolgreichen und spannenden Tages trafen wir uns dann wieder zum Fachsimpeln im Gartenhotel Maria Theresia.

 

Tag 3 – Samstag, 28. Mai 2016

Am Samstag Vormittag trafen wir uns bei Freirad, dem Freien Radio Innsbruck. Der Ge­schäfts­führer Markus Schennach erzählte uns von der span­nen­den Geschichte des Senders, der aus einem Pira­tensender entstand und seit fast 20 Jahren als Freies Radio legal auf Sendung ist. Das damalige Radio Radiator war von 1989 bis 1991, zur Zeit des ORF-Rundfunkmonopols, als Piraten­sender auf Sen­dung und strahlte sein Programm vom Dach der Universität Innsbruck und später auch von einer Anhöhe mitten im Wald aus. Das Signal wurde oft ge­stört und die Funküberwachung versuchte, die illegalen Ausstrahlungen zu unter­binden.

 

1993 wur­de der Verband Freier Radios Österreich (VFRÖ), die Interessensvertretung nicht­kom­mer­ziel­ler Freier Radios in Österreich, gegrün­det. Infolge des wachsenden Drucks vonseiten der Freien Ra­dios und einer stattgegebenen Verfas­sungs­klage kam es 1997 zu einer Novellierung des österrei­chi­schen Regionalradiogesetzes, woraufhin Freirad nach mehreren Anläufen im Oktober 1999 auf Sen­dung ging. Die Frequenz 105,9 MHz ist seit Juli 2002 in Betrieb und versorgt neben Innsbruck auch Teile des Inntals. Später kamen zwei Frequenzen dazu, um das Sendegebiet aus­zu­bauen. Gesendet wird seit einigen Jahren auf 106,2 MHz vom Sender Inzing 2/Stieglreith und auf 89,6 MHz vom Sender Wattens 4/Volderberg.

 

 

 

                Bild 17: Außenansicht des Studios von Freirad in Innsbruck (Photo: Matthias Hornsteiner)

 

 

Bild 18: Freirad-Geschäftsführer Markus Schennach (links) stellt das Radioprogramm vor 

(Photo: Matthias Hornsteiner)

 

 

 

Der Sender legt großen Wert auf seinen offenen Zugang. Mehr als 300 Teilnehmer nahmen 2015 an dem von Radio Freirad angebotenen Basisseminar teil. Die Sendungen werden fast ausschließlich von ehrenamtlich tätigen Sendungsmachern gestal­tet, welchen reguläre Sendeplätze zugeteilt werden. Die Gestaltung der Sendungsinhalte steht den Sen­dungs­machern frei, jedoch werden minde­stens 50% Wortanteil erwartet und Mainstream-Musik ist we­ni­ger gern gesehen. Lediglich die Sendung “Kultur Ton”, die werktags von 18:30 bis 19:00 Uhr aus­gestrahlt wird und über das kulturelle Geschehen und das Bildungsangebot in Tirol informiert, wird von bezahlten Mitarbeitern produziert. Freirad ist auch bei zahlreichen Kulturveranstaltungen in und um Innsbruck sehr aktiv als Medienpartner beteiligt.

 

Freirad finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge und mehr­heitlich (mehr als 80%) durch öffentliche För­de­rungen. Der Sender erhält rund 170.000 Euro jährlich aus dem Fonds zur Förderung des nicht­kommerziellen privaten Rundfunks, der 2009 von der KommAustria eingerichtet wurde und von der öster­reichischen Rundfunk- und Telekom-Regu­lie­rungs­behörde RTR verwaltet wird. Dazu kommen pro Jahr noch rund 30.000 Euro vom Land Tirol und rund 26.000 Euro von der Stadt Innsbruck.

 

Für uns Medienfreunde besonders interessant: Bei Freirad wird seit dem 28. März 2016 an jedem letzten Montag im Monat der „Medien-Plausch“ ausgestrahlt. In dieser Sendung wird die Medien­landschaft in Österreich kritisch reflektiert, von top­aktuellen Ereignissen bis hin zu immer wiederkeh­renden Phänomenen. Der Medienplausch steht auch als Podcast zur Verfügung.

 

Als Erinnerung bekam jeder Teilnehmer eine DVD geschenkt. Mit dem Titel „hundert fünf komma neun“ erschien diese zum 20jährigen Jubiläum des Sen­ders. Die 30minütige Dokumentation von Daniel Dlouhy befaßt sich mit der Geschichte des Freien Radios Innsbruck als Pirat bis zum Jahre 2011.

 

Für alle Interessenten, hier die DVD auf YouTube innerhalb des FMK-Archivs:

https://www.youtube.com/playlist?list=PLerwMv3uvMcV-YQVZfFLaGtgxhbwopO3k

 

 

 

 

Nach dem Besuch bei Freirad trafen wir uns zum Mittagessen im sonnigen Gastgarten des Traditions­gasthauses Riese Haymon im Südwesten Inns­brucks. Gestärkt führten wir das Besichti­gungs­pro­gramm am Nachmittag beim ORF-Landesstudio Tirol fort, wo wir in den Genuß einer exklusiven, auf uns Radiofreunde zugeschnittenen Technikführung kamen.

 

Das ORF-Landesstudio Tirol (Bild 19) befindet sich am Renn­weg am östlichen Innufer. Das Gebäude wur­de 1972 erbaut und ähnelt architektonisch den mei­sten anderen ORF-Landesstudios. 1978 erfolgte ein Zubau für die Fernsehstudios und seit 1979 werden hier regionale Fernsehsendungen produ­ziert.

 

Das Landesstudio beherbergt heute Radio- und Fernsehstudios und die dazugehörigen Redaktions- und Technikräume. Das “Studio 3” ist das größte Fernsehstudio, das vor allem bei kulturellen Ver­anstaltungen zum Einsatz kommt und in dem auch ein Live-Publikum Platz nehmen kann. Das Ra­diostudio existiert in zweifacher, technisch ähnlicher Form, wobei das Reservestudio häufig für Vorpro­duktionen verwendet wird. Der jeweilige Moderator ist auch selbst am Mischpult für den Ablauf der Sendungen zuständig.

 

Der Fernsehbereich des Landesstudios umfaßt ne­ben den diversen Studioräumen, aus denen u.a. die Sendung “Tirol heute” ausgestrahlt wird, auch einen sehr modernen Regieraum (Bild 20). Dort wird die gesamte technische Abwicklung von “Tirol heute”, aber auch von “Südtirol heute” vorgenom­men. Die Südtiroler Beiträge kommen aufgrund des hohen Aufwandes fertig produziert aus Bozen nach Inns­bruck und nur die Moderation wird in Innsbruck live aufgezeichnet. Neben dem Regieraum befindet sich ein Geräteraum mit zwei riesigen, nicht über­hör­ba­ren Klimaanlagen. Falls eine dieser An­la­gen aus­fal­len sollte, bleiben nur sechs Minuten, um die Stö­rung zu beheben, ansonsten würde die gesamte Anlage ausgeschaltet werden.

 

Im Landesstudio Tirol bekamen wir auch den Fuhr­park des ORF im Keller des Gebäudes zu sehen, zu dem auch die großen Übertragungswagen zählen, welche man immer wieder in Österreichs Städten im Einsatz beobachten kann.

 

 

 

Bild 19: Antennenanlagen auf dem Dach des ORF-Studios Tirol (Photo: Matthias Hornsteiner)

 

 

 

 

Bild 20: Regieraum im ORF-Studio Tirol (Photo: Matthias Hornsteiner)

 

 

 

Bild 21: Moderne Studiotechnik (Photo: Matthias Hornsteiner)

 

 

Die fast zweistündige, umfangreiche und unerwartet technikorientierte Führung war sehr spannend und bot uns schöne Einblicke hinter die Kulissen des ORF in Tirol.

 

Im Anschluß ging es zum Radiomuseum in die Kra­voglstrasse 19a in Innsbruck. Hier empfing uns der Inhaber, Hans Schuchter, mit seinem sympathi­schen Team mit Kaffee und Kuchen und zeigte unserer Gruppe seine Röhrenradios und weitere Ausstellungsstücke. Mit über 340 Aus­stellungs­stücken und Original-Patentschriften des Vaters von Herrn Schluchter ist das Radiomuseum ein MUSS für alle Radioliebhaber. Mit viel Liebe zum Detail werden hier nicht nur unzählige historische Geräte präsentiert sondern auch viele technische Hinter­gründe erklärt und erfahrbar gemacht. Der herzliche Empfang und die netten Gespräche machen den Besuch zu einer sehr schönen Erinnerung.

 

Ein besonderes Bonbon war allerdings der zum Museum gehörige Mittelwellensender, der auf 1161 kHz sehr lokal in Innsbruck zu empfangen ist (Bild 22).

 

 

 

Bild 22: Das Radiomuseum von Herrn Schluchter betreibt sogar einen eigenen Mittelwellensender, der auf 1161 kHz lokal in Innsbruck empfangbar ist. (Photo: Christian Brülhart)

 

 

 

Nach dem vielfältigen Besichtigungsprogramm kam auch am Samstagabend der kulinarische Genuß nicht zu kurz. Abendessen gab es im Weißen Rössl in der bezaubernden Innsbrucker Altstadt.

 

Tag 4 - Sonntag, 29. Mai 2016

Am Sonntagvormittag spazierten wir gemeinsam zum Sender Schlotthof (Bilder 25 und 26) im Innsbrucker Norden, der sich auf einer Anhöhe über der Stadt befindet und einen Großteil der Inns­brucker Privatradiosender ausstrahlt. Vom Sende­mast aus hatten wir eine prächtige Aussicht auf die Tiroler Landeshauptstadt und den gegen­über­lie­genden Patscherkofel. Matthias Hornsteiner er­zähl­te uns mit Liebe zum Detail von der Nutzung des Standorts, den Reichweiten der einzelnen abge­strahlten Programme und anderen technischen As­pekten. Ein ausführliches Portrait über den Sender Schlotthof findet sich in der REFLEXION 271 auf Seite 12.

Von dem Standort hat man auch einen sehr schö­nen Ausblick auf die Stadt. Von hier aus liegt einem Innsbruck wahrlich zu Füßen.

 

Während ein Teil der Gruppe daraufhin kurz Mit­tagessen ging, begleitete Matthias Hornsteiner ei­nige von uns zum Sender Natterer Boden süd­westlich von Innsbruck, von dem Welle 1 Tirol ab­ge­strahlt wird (Bild 27).

 

Weiter ging es zum zweiten Radiomuseum Inns­brucks, der “Radiowelt” in der Oswald-Redlich-Straße 11. Inhaber ist Peter Roggenhofer. Inhalt der Ausstellung ist ein Rückblick auf 90 Jahre Rund­funk­geschichte in Tirol. Unter anderem gibt es hier die letzten Röhren des Kurzwellensenders Aldrans zu bestaunen. Zusammengetragen aus dem eige­nen Radiogeschäft, aus Geschenken und einigen Ankäufen bildete sich im Laufe der Jahre eine Sammlung, die etwa tausend Objekte umfaßt, wobei jedes Fabrikat nur einmal vorhanden ist. Die Emp­fangs- und Sendegeräte, daneben auch Platten­spieler, Tonbandgeräte und Fernseher sind in einer Art Studiensammlung zusammengestellt. Die Prä­sen­tation erinnert an ein Radiogeschäft der 1950er Jahre. Etwa 550 Geräte befinden sich im Schau­raum der Radiowelt. Peter Roggenhofer begann schon 1955 als sechsjähriger Bub mit der Sammel­tätigkeit. Vom Müllplatz in der Rossau schleppte er die schweren Geräte ins Haus seiner Großmutter, wo er im Dachgeschoß (4. OG) einen Platz „zum Radiobasteln“ fand. Aus den amateurhaften Ver­suchen wurde Professionalität. Die Ausbildung zum Radio- und Fernsehtechniker verlieh im die Fähig­keiten, die er später für seine Berufslaufbahn (Be­treiber eines eigenen Radiogeschäftes) und heute für die Reparatur seiner musealen Sammlung be­nötigt.

Er heiratete „innerhalb der Zunft“. Der Vater seiner Frau betrieb ebenfalls eine Radiowerkstatt. Heute betreuen Doris und Peter Roggenhofer gemein­sam ihre Radiosammlung. Auch in der "Radiowelt" wur­den wir sehr herzlich empfangen und tauschten uns über Radiothemen aus.

 

 

 

 

                                        Bild 23: Im Radiomuseum "Radiowelt" (Photo: Wolf-Dieter Roth)

 

 

 

                                       

              Bild 24: Das Radiomuseum "Radiowelt" zeigt Exponate mit unterschiedlichsten Designs

              (Photo: Wolf-Dieter Roth)

 

 

 

 

               Bild 25: Der Sender Schlotthof auf dem Buttererbichl, 100 m oberhalb von Innsbruck gelegen.

 

 

 

Bild 26: Innenansicht der Sendeanlage Schlotthof mit Sendern, RDS-Codern, Silence-Detektoren, USV-Anlagen, Antennenweichen usw. (alle Photos von Matthias Hornsteiner)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Nachmittag stand dann ganz im Zeichen einer Stadtführung. Bei dem einstündigen Rundgang durch die Fußgängerzone erfuhren wir zahlreiche Hintergründe über die Geschichte der Stadt und bekamen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu sehen. Von der Innsbrucker Hofburg aus spazierten wir durch die belebten Gassen mit den prächtigen, teils kunstvoll verzierten Fassaden, besichtigten auch kurz den Dom zu St. Jakob von innen und liefen natürlich auch am Innsbrucker Wahr­zei­chen, dem Goldenen Dachl, vorbei.

 

Währenddessen stattete Matthias Hornsteiner dem ORF-Sender St. Quirin/Sellrain einen Besuch ab, der zwar in er­ster Linie das vordere Sellraintal versorgen soll, aber dank seiner exponierten Lage auch im Inntal rund um Innsbruck hervorragend empfangbar ist (Bilder 28 und 29).

 

 

 

 

 

 

Auffallend ist der hohe Antennenaufwand, den der ORF an diesem Füllsenderstandort betreibt (Bild 29). In drei verschiedene Richtungen schauen je­weils zwei vertikal gestockte 4-Element-Yagis, somit insgesamt sechs Antennen (die effekte Strahlungs­leistung beträgt 80 W). Hinzu kommt eine unten am Masten montierte Ballempfangsantenne, wobei die Zuspielung über den Patscherkofel-Sender erfolgt. TV-Antennen für DVB-T komplettieren das Angebot.

 

Zurück zur eigentlichen Veranstaltung: FMKompakt hatte sich auch schon bei den bis­herigen Treffen auf die Fahnen geschrieben, nicht „nur“ Radio­ma­cher von heute zu besuchen, sondern auch ganz gezielt die Radiopioniere von einst mit einzubinden. Und an diesem Abend durften wir im Gartenhotel Hall einen ganz besonderen Gast in unserer Runde begrüßen: Hansjörg Kirchmair.

 

Hansjörg ist Geschäftsführer der SESTA GmbH (u.a. Sendebetrieb und Medienprojekte), Mitinitator des Tiroler Heimatradios U 1 in Schwaz und Radio­pionier der ersten Stunde. So war er als „junger Techniker“ in den 1980er Jahren bei mehreren Projekten (Radio Brenner, Radio C, Radio Zirog, bis hin zum angedachten TV-Projekt der Constantin, etc.) aktiv. Für stundenlangen Gesprächsstoff war also gesorgt. Hansjörg hat seine Anfänge nie ver­gessen und denkt noch heute gerne an diese span­nenden, abenteuerlichen Zeiten zurück. Kein Wun­der, denn er hat langjährig und sehr intensiv auf di­versen Südtiroler Gipfeln und an verschie­denen Pro­jekten voller Begeisterung mitgewirkt. Noch heu­te merkt man ihm die Faszination der Pionierzeiten von einst an. Es macht einfach nur Freude, ihm zu­zuhören. Der Abend war lang und bleibt unver­gesslich.

 

Nachdem es am Abend zuvor recht lang wurde, haben wir den finalen Programmpunkt der FMK-Radiotage um eine Stunde nach hinten verschoben. So war es am späten Montagvormittag erneut der sympathische Hanjsörg Kirchmair, der uns be­grüß­te, und zwar diesmal in der Andreas-Hofer-Straße 10 im nahegelegenen Schwaz. Hier ist "Radio U 1 – Das Tiroler Heimatradio" beheimatet. Die Studios befinden sich im oberen Stockwerk im Gebäude der Stadtgalerien Schwaz.

 

 

 

 

 

Bild 30: Gemeinsames Abendessen mit Hansjörg Kirchmair (Geschäftsführer SESTA GmbH, sitzt links im Bild vor der Wandlampe) im Gartenhotel Maria Theresia (Photo: Matthias Hornsteiner)

 

 


Tag 5 - Montag, 30. Mai 2016

Wir wurden vom U1-Team sehr freundlich aufge­nommen und in zwei Gruppen aufgeteilt. Neben Hansjörg nahm sich auch extra ein Techniker viel Zeit für uns. Wir bekamen von den Studios bis zur Sendetechnik einen kompletten Einblick in das be­liebte Heimatradio.

 

Bei dem  Volksmusik- und Schlagersender wird Hö­rerbindung und der lokale Bezug großgeschrieben. So ist man mit Live-Sendungen und eigenen Ak­tionen oft vor Ort und besucht die Gemeinden und Feste im Sendegebiet. Die Verbundenheit der Hörer spiegelt sich auch im Gästebuch auf der Webseite des Senders wider. Zuschriften aus Bra­silien, Holland, Italien und vielen anderen Ländern sind das Lob für ein bodenständiges Programm. Der Sender ist seit dem 15. Juni 1998 auf Sendung.

 

Im Lauf der Jahre hat man das Sendegebiet kon­sequent ausgebaut. Durch eigene Recherche nach freien Frequenzen gelang es Hansjörg aktuell auf beachtliche 22 Senderstandorte auszubauen. Wei­tere sind in Planung, darunter auch auf dem Pat­scherkofel, auf dem Hahnenkamm oberhalb Reutte sowie an der Bergstation des Wettersteinliftes ober­halb Ehrwald.

Damit ist U1 von Landeck im Westen, Kitzbühel im Osten, bzw. von Sölden im Süden bis Kufstein im Norden hörbar. Und der Sender wird fleißig gehört, das beweisen die Zahlen “Radiotest 1. HJ 2016 – GfK Austria”: Danach hat U1 eine tatsächliche Hö­rerzahl von sagenhaften 76.000 Personen. Über die Fre­quenzen erreicht man eine technische Reich­weite von 520.000 Hörern.

Der Erfolg des Senders ist neben dem lokalen Be­zug die Musikfarbe. Diese besteht aus Ever­greens, Oldies, volkstümlichem Schlager, Volksmusik und deutschem Schlager.

 

Neben dem Webstream wird U1 auch via ASTRA 19,2 Grad Ost europaweit ausgestrahlt. Diesen Ver­breitungsweg nutzt man zugleich als Zuspielung für die genannten Frequenzen/Standorte. Nicht zuletzt aufgrund der ASTRA-Übertragung hat man sehr vie­le Hörer und damit Resonanzen aus dem kom­pletten deutschsprachigen Raum.

 

Zum Abschluß der Führung gab es ein Novum der FMK-Treffen. Hansjörg hatte es sich nicht nehmen lassen, unsere komplette Gruppe zum Mittagessen einzuladen. Soviel Gastfreundschaft und Entgegen­kommen haben wir bisher noch bei keinem anderen Sender zuvor erlebt.

 

 

 

 

 

Bild 31: Das neue Studio Radio U1 ist modern und geräumig eingerichtet (Photo: Matthias Hornsteiner)

 

 

 

Bild 32: Stefan und Hansjörg führen durch´s neue Studio von Radio U1 (Photo: Thomas Kircher)

 

 

 

Bild 33: Am letzten Tag ging es nebligem Wetter mit der Seilbahn rauf auf´s Hafelekar (Photo: Thomas Kircher)

 

 

 

 

Bild 34: Hier befand sich einst der Kurzwellensender (6000 kHz) in Aldrans (Photo: Thomas Kircher)

 

 

 

Damit war der offizielle Teil der FMK-Tour „Rund um Innsbruck“ beendet. Einige Hobbyfreunde traten die Heimreise an, die anderen machten sich zurück auf den Weg nach Innsbruck. Von hier aus ging es nochmals hoch hinauf, und zwar mit der Nord­kettenbahn hinauf zur Seegrube und Hafelekar­spitze. Leider war das Wetter an diesem Tage recht bescheiden und man konnte nur einige kurze Ausblicke genießen. Der Nebel gab immer wieder für einige Sekunden freie Sicht in Richtung Inns­bruck. Dort oben war noch jede Menge Schnee.

 

Den letzten Abend genossen wir entspannt im Gar­tenhotel und ließen ganz besonders schöne Radio­tage, mit vielen neuen Eindrücken und faszi­nie­ren­den Erlebnissen Revue passieren.

 

 

 

Auf der Heimfahrt, am Dienstag führte unser Weg noch an Aldrans vorbei. Ab Anfang der 1950er Jah­re wurde hier ein Kurzwellensender auf der Fre­quenz 6000 kHz im 49-Meter-Band in Betrieb ge­nom­men. 1984 wurde der Sendebetrieb in Aldrans eingestellt und die Anlage demontiert. Heutzutage befindet sich auf dem ehemaligen Sendegelände ein Altersheim.

 

Auch dieses Jahr waren die FMKompakt-Radiotage ein voller Erfolg. Besonderer Dank gebührt diesmal neben Thomas Kircher vor allem den beiden Mit­organisatoren Thomas Winkler und Matthias Horn­steiner, ohne die dieses gemeinsame Wochenende nicht so erfolgreich und reibungslos über die Bühne hätte gehen können.

 

 

[1] Die Österreichische Rundfunksender GmbH & Co KG (ORS) entstand Anfang 2005 aus der Sendetechnik des Österrei­chischen Rundfunks (ORF) und steht zu 60% im Eigentum des ORF und zu 40% im Eigentum der zur Raiff­eisen-Gruppe zählenden Medicur Sendeanlagen GmbH. Die ORS betreut sämtliche Sendeanlagen des ORF.

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